AFD’s bester Wahlkämpfer

**Berlin/Würzburg.** Hach, was waren das für herrliche Festspiele der Schadenfreude! Man möchte Friedrich Merz fast ein Taschentuch reichen – oder eine Portion Extra-Gel für die Frisur, die ihm die Woche über so richtig ordentlich gegen den Strich gebürstet wurde. Unser „Flugzwerg aus dem Sauerland“ hat innerhalb von drei Tagen die akustische Breitseite seines Lebens kassiert. Zweimal die Bühne betreten, zweimal das Volk komplett gegen sich aufgebracht. Chapeau, Friedrich! Das muss man als amtierender Kanzler erst mal schaffen.
Beim DGB-Bundeskongress lief das Ganze ab wie ein schlechter Slapstick-Film. Da schwebt der BlackRock-Kanzler ein, setzt seinen besten „Ich-erkläre-euch-Unterschichtlern-jetzt-mal-die-Welt“-Blick auf und flötet den Malochern ins Gesicht, sie müssten wegen der „Mathematik“ leider länger schuften und gefälligst eine Aktienrente schlucken. *„Das ist keine Bösartigkeit“*, sprach der König der Herzen.
Die Reaktion im Saal? Ein Pfeifkonzert, bei dem selbst die alten Siemens-Turbinen vor Neid erblasst wären! Die Gewerkschafter haben Fritzchen so lautstark ausgebuht, dass man kurz Angst haben musste, der Schalldruck bläst ihm das restliche Haupthaar vollends nach hinten. Und Merz? Stand da wie ein begossener Pudel in der Sparkassen-Filiale und redete stur weiter, während im Hintergrund das schwarz-rote Kartenhaus zusammenbrach. Köstlich!
Aber weil Friedrich ein echter Masochist der Polit-Szene ist, reichte ihm die Tracht Prügel von links nicht. Nein, drei Tage später ging die „Fritzchen-wird-verhauen-Tournee“ beim Katholikentag in Würzburg in die nächste Runde.
Man stelle sich die Szene vor: Merz, der Inbegriff des bodenständigen Multimillionärs mit zwei Privatflugzeugen, schaut gütig von der Kanzel herab und rügt die Verweichlichung des Fußvolkes. „Work-Life-Balance“ sei ja ganz nett, aber so retten wir den Wohlstand nicht! Peng. Das saß. Sofort schlug ihm eine Welle aus Buhrufen, schallendem Gelächter und gellenden Pfiffen entgegen. Wenn dir selbst die frommen Katholiken beim Friedensgruß symbolisch die Leviten lesen und dich auslachen, dann weißt du: Du hast es geschafft.
Besonders rührend war dann sein Jammer-Auftritt danach. Da mimte der sonst so arrogante Beißer plötzlich das Sensibelchen: Er habe wohl „Kommunikationsfehler“ gemacht, schluchzte er sinngemäß in die Mikrofone. Ach Gottchen, Friedrich! Es liegt doch nicht daran, *wie* du redest. Es liegt daran, *was* du für einen Murks verzapfst! Wer das Land mit Rekord-Energiepreisen deindustrialisiert und den Bürgern dann erzählt, sie seien einfach nur zu faul zum Arbeiten, der braucht sich nicht zu wundern, wenn er wie ein drittklassiger Comedian von der Bühne gepfiffen wird.
Mach dir nichts draus, Friedrich. Die Umfragen stehen bei grandiosen 30 Prozent Tendenz sinkend, das Volk lacht dich aus, und deine Koalition streitet, bis der Arzt kommt. Die von der AfD sitzen derweil mit einer riesigen Schüssel Popcorn in der ersten Reihe und genießen die Show. Bitte mehr davon!