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Engagierter Ruhestand bis 2026

Die neueste Renten-Farce aus Berlin
Ein Ehrenamts-Ablasshandel im Schatten eines Koalitionskriegs und explodierender Sozialkosten

Die Bundesregierung hat es wieder getan: Der „Engagierte Ruhestand“ wird bis Ende 2026 verlängert – und damit verkommt das Modell endgültig zum sozialpolitischen Feigenblatt einer Koalition, die sich über die Rente gerade die Köpfe einschlägt. Während die politische Elite öffentlich darüber streitet, wie man Renten finanzieren soll, wie man Sozialausgaben eindämmt und wie dringend man eigentlich das Renten­eintrittsalter erhöhen müsste, wird hier klammheimlich ein Sonderweg für ausgewählte Beamte zementiert.


Der Deal:

Mach 1.000 Stunden Ehrenamt – und wir lassen dich früher gehen.

Für Beamte der Post-Nachfolgeunternehmen gilt weiterhin: Wer 55+ ist, 1.000 Stunden Ehrenamt ableistet und brav unterschreibt, bekommt das Ticket in den Ruhestand früher und ohne Abschläge. Ein sozialpolitischer Ablasshandel, der so klingt, als sei er in einem feucht-warmen Hinterzimmer entstanden:
„Du machst ein bisschen Gutes – wir machen dich unsichtbar.“

Dass diese Sonderregelung nun weitergeführt wird, könnte man für ein großzügiges Angebot halten. Tatsächlich wirkt es eher wie die kreative Version des Personalabbaus:
Früher Abschied gegen moralische Schaufelarbeit.


Politisches Chaos trifft Rentenrealität

Währenddessen tobt in Berlin der große Rentenkrieg:

  • Die einen wollen die Rente stabil halten, koste es, was es wolle.
  • Die anderen wollen die Sozialausgaben eindämmen, bevor der Haushalt kollabiert.
  • Und wieder andere fordern lauthals die Erhöhung des Renteneintrittsalters, weil das angeblich der einzige Weg sei, das System vor dem Erstickungstod zu retten.

Mitten in diesem Getöse wirkt der „Engagierte Ruhestand“ wie ein Relikt aus einer Parallelwelt:
Ein Privileg für einen kleinen Kreis – während man dem Rest der Bevölkerung erklärt, sie müsse künftig noch ein paar Jahre länger schuften, weil „wir uns das sonst nicht leisten können“.


Ehrenamt als politisches Schmiermittel

Dass der Staat das Ganze als „wertvollen gesellschaftlichen Beitrag“ lobt, ist fast schon poetisch.
Die Wahrheit?

Das Programm dient vor allem dazu:

  • Personalüberschüsse loszuwerden
  • die Gewerkschaften ruhigzustellen
  • einen sozial-ökologischen Anstrich über ein Kostenproblem zu pinseln
  • und zu zeigen: „Schaut mal, wir tun doch was für die Gesellschaft!“

Währenddessen explodieren die Sozialausgaben, die Gesundheitskosten steigen, der Arbeitsmarkt ächzt – und der Staat bastelt sich eine Ehrenamts-Rutschbahn in den Beamtenruhestand.


Die Absurdität in Zahlen

Rentner sollen länger arbeiten.
Beamte dürfen früher gehen – wenn sie vorher unbezahlt arbeiten.

Dieses Modell könnte man glatt für Satire halten, wäre es nicht real.
Die einen rackern bis 67, vielleicht künftig 68 oder 69, weil „die demografische Lage keine Alternative lässt“.
Die anderen basteln Vogelhäuschen im Seniorenheim oder sortieren Spenden im Sozialkaufhaus – und werden dafür belohnt.


Koalition am Rand der Selbstzerlegung

Die Regierungsparteien liefern sich währenddessen einen Machtkampf auf offener Bühne:

  • Die einen wollen unbedingt alle Rentenversprechen halten.
  • Die anderen wollen sparen, sparen, sparen.
  • Wieder andere wollen das Rentenalter raufsetzen – am liebsten sofort.

In dieses Chaos hinein platzt die Verlängerung des Engagierten Ruhestands wie ein politischer Comedy-Gag:
Ein Sonderprivileg, das aussieht wie Fürsorge, in Wahrheit aber ein reines Haushalts-Manöver ist.


Fazit:

Das System stöhnt – und Berlin verteilt Privilegien

Der engagierte Ruhestand ist kein soziales Leuchtturmprojekt.
Er ist ein politisches Placebo:

  • gut für Schlagzeilen,
  • nützlich für Beamtenüberhänge,
  • teuer für alle anderen.

Während ganz Deutschland darüber diskutiert, wie man die Rente überhaupt noch finanzieren soll, verteidigt die Politik ein Modell, das eher nach Opportunismus als nach Gerechtigkeit riecht.

Ein Land, in dem manche früher gehen dürfen –
während man dem Rest erklärt:
„Tut uns leid, aber ihr müsst noch länger arbeiten. Fürs System, versteht ihr?“

Deutschland, deine Rentenpolitik:
Ein Drama. Eine Satire. Ein Offenbarungseid.