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Die schwäbische Insel der Seligen

Ein Nachruf auf die Vernunft
Man muss die Stuttgarter bewundern. Wirklich. Es braucht eine ganz spezielle Art von masochistischer Disziplin, um sehenden Auges in den Abgrund zu marschieren und dabei ein Fair-Trade-Dinkelbrötchen zu kauen. Gestern haben sie es wieder getan: Über 40 % für die Grünen in der Stadt, in den Hipster-Biotopen des Westens sogar die magische 50 %. Herzlichen Glückwunsch, Stuttgart – du hast dich offiziell von der Realität abgemeldet.


Das Wunder von der Weinsteige
Während im Rest des Landes die Industriemotoren nicht mehr nur stottern, sondern bereits beim Schrotthändler stehen, feiert man zwischen Kessel und Fernsehturm die Deindustrialisierung als Wellness-Kur. Mercedes? Porsche? Bosch? Ach was, das sind doch nur lästige Lärmquellen, die das Lastenrad-Idyll stören. Dass diese Firmen das Geld erwirtschaften, das die grünen Traumtänzer mit vollen Händen für Gender-Lehrstühle und Radweg-Heizungen ausgeben, scheint im Lehrplan der Waldorfschulen wohl untergegangen zu sein.
Schulden sind nur Zahlen (mit vielen Nullen)
Die Steuereinnahmen brechen weg wie der Putz an einer unsanierten Altbauwohnung in Heslach? Die Verschuldung steigt schneller als die Preise für einen laktosefreien Hafer-Latte am Marienplatz? Völlig egal! Der Stuttgarter Wähler scheint zu glauben, dass Wohlstand auf Bäumen wächst – vorzugsweise auf solchen, die man im Schlossgarten gegen die böse Bahn verteidigt hat.
Es ist eine faszinierende Logik:
* Wir sägen den Ast ab, auf dem wir sitzen (die Autoindustrie).
* Wir wundern uns, dass wir fallen.
* Wir wählen die Säge, damit sie uns beim Fallen ein Bio-Pflaster aufklebt.
Muhterem und Cem: Die Heiligen der Haltestelle
Dass Muhterem Aras in Stuttgart I die 50 % knackt, ist das finale Signal: Der konservative Bürger hat in dieser Stadt fertig. Er ist eine aussterbende Spezies, so selten wie ein freier Parkplatz in der Innenstadt. Während die Infrastruktur bröckelt und der Mittelstand leise weinend die Koffer packt, sonnt man sich im Glanz der „moralischen Überlegenheit“.
Man wählt hier nicht Politik, man wählt ein Gefühl. Das Gefühl, besser zu sein als die „Abgehängten“ auf dem Land, die tatsächlich noch wissen, dass Strom nicht einfach aus der Steckdose kommt und Geld nicht im Sozialministerium gedruckt wird.
Fazit
Genießen Sie die Party, liebe Stuttgarter! Feiern Sie Ihre 50 % für den Untergang mit Stil. Wenn dann bald die Lichter ausgehen, weil keiner mehr da ist, der die Rechnung bezahlt, können Sie sich ja gegenseitig mit der Erststimme für Cem Özdemir wärmen.
Wir im Umland schauen uns das Spektakel derweil aus sicherer Entfernung an – und behalten unsere Dieselmotoren zur Sicherheit noch ein Weilchen.