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Mathe für Merz

Die ganz spezielle Art der Halbierung

Halbierung gelungen!

Magdeburg / Berlin. Großer Jubel im Konrad-Adenauer-Haus! Nun gut, vielleicht lag der Jubel eher auf den Fluren der AfD, aber rein mathematisch betrachtet hat Friedrich Merz sein episches Versprechen voll und ganz gehalten. Wir erinnern uns wehmütig an das Jahr 2018, als der damalige Hoffnungsträger verkündete, er werde die AfD „halbieren“.

Die Landtagswahl liefert nun die eindrucksvolle Wahlen-Prospekt-Version dieses Versprechens ab:

  • AfD: rund 44 Prozent (mehr als verdoppelt und meilenweit stärkste Kraft)
  • CDU: rund 18 Prozent (von ehemals 37,1 Prozent schlichtweg halbiert)

Ein genialer Schachzug der politischen Logik! Wer hat denn je behauptet, dass beim Halbieren die AfD gemeint war? Friedrich Merz hat nie Präzision versprochen, sondern Ergebnisse – und die CDU Sachsen-Anhalt hat geliefert.


Ein Triumph der Verwechslungsgefahren

Politikwissenschaftler stehen vor Rätseln, Marketingstrategen verneigen sich. Offenbar hatte im Wahlkampfzentralarchiv jemand die Zettel vertauscht:

„Chef, Sie sagten doch, wir sollen die Partei mit A halbieren, oder?“
„Nein, du Klappspaten, wir sollten die AfD halbieren! Nicht die eigene auf AfD-Niveau runterprügeln!“

Das Wunder von Magdeburg zeigt jedenfalls, wie pragmatisch die Altparteien mit Wähleraufträgen umgehen. Während die FDP sich konsequent ganz aus dem Landtag verabschiedet hat (mit knapp 2,2 Prozent reicht es traditionell eher für den Senioren-Skatclub als fürs Parlament), liefert die CDU den ultimativen Beweis dafür, dass man Wählerstimmen durch zwei teilen kann, ohne dass ein Rest übrig bleibt.


Was kommt als Nächstes?

Die Wahlergebnisse senden Schockwellen durch das politische Berlin. Doch in den Parteizentralen greift bereits der gewohnte Reflex: Ergebnisanalyse.

  1. Die Ursachenforschung: Es lag definitiv am Wetter, an der Urlaubszeit und natürlich daran, dass der Wähler die feinfühlige Ironie der Christdemokraten nicht verstanden hat.
  2. Die Brandmauer: Wird nun nicht mehr gebaut, sondern mangels Baustoffen als Bastel-Kit von IKEA geliefert.
  3. Der Ausblick: Friedrich Merz arbeitet bereits an seinem nächsten Coup. Nach der erfolgreichen Halbierung der eigenen Partei im Osten soll bis zur nächsten Wahl das Gesamtergebnis halbiert werden.

Herzlichen Glückwunsch nach Magdeburg. Mathematik kann so grausam – und gleichzeitig so lustig sein.

 

Die schwäbische Insel der Seligen

Ein Nachruf auf die Vernunft
Man muss die Stuttgarter bewundern. Wirklich. Es braucht eine ganz spezielle Art von masochistischer Disziplin, um sehenden Auges in den Abgrund zu marschieren und dabei ein Fair-Trade-Dinkelbrötchen zu kauen. Gestern haben sie es wieder getan: Über 40 % für die Grünen in der Stadt, in den Hipster-Biotopen des Westens sogar die magische 50 %. Herzlichen Glückwunsch, Stuttgart – du hast dich offiziell von der Realität abgemeldet.


Das Wunder von der Weinsteige
Während im Rest des Landes die Industriemotoren nicht mehr nur stottern, sondern bereits beim Schrotthändler stehen, feiert man zwischen Kessel und Fernsehturm die Deindustrialisierung als Wellness-Kur. Mercedes? Porsche? Bosch? Ach was, das sind doch nur lästige Lärmquellen, die das Lastenrad-Idyll stören. Dass diese Firmen das Geld erwirtschaften, das die grünen Traumtänzer mit vollen Händen für Gender-Lehrstühle und Radweg-Heizungen ausgeben, scheint im Lehrplan der Waldorfschulen wohl untergegangen zu sein.
Schulden sind nur Zahlen (mit vielen Nullen)
Die Steuereinnahmen brechen weg wie der Putz an einer unsanierten Altbauwohnung in Heslach? Die Verschuldung steigt schneller als die Preise für einen laktosefreien Hafer-Latte am Marienplatz? Völlig egal! Der Stuttgarter Wähler scheint zu glauben, dass Wohlstand auf Bäumen wächst – vorzugsweise auf solchen, die man im Schlossgarten gegen die böse Bahn verteidigt hat.
Es ist eine faszinierende Logik:
* Wir sägen den Ast ab, auf dem wir sitzen (die Autoindustrie).
* Wir wundern uns, dass wir fallen.
* Wir wählen die Säge, damit sie uns beim Fallen ein Bio-Pflaster aufklebt.
Muhterem und Cem: Die Heiligen der Haltestelle
Dass Muhterem Aras in Stuttgart I die 50 % knackt, ist das finale Signal: Der konservative Bürger hat in dieser Stadt fertig. Er ist eine aussterbende Spezies, so selten wie ein freier Parkplatz in der Innenstadt. Während die Infrastruktur bröckelt und der Mittelstand leise weinend die Koffer packt, sonnt man sich im Glanz der „moralischen Überlegenheit“.
Man wählt hier nicht Politik, man wählt ein Gefühl. Das Gefühl, besser zu sein als die „Abgehängten“ auf dem Land, die tatsächlich noch wissen, dass Strom nicht einfach aus der Steckdose kommt und Geld nicht im Sozialministerium gedruckt wird.
Fazit
Genießen Sie die Party, liebe Stuttgarter! Feiern Sie Ihre 50 % für den Untergang mit Stil. Wenn dann bald die Lichter ausgehen, weil keiner mehr da ist, der die Rechnung bezahlt, können Sie sich ja gegenseitig mit der Erststimme für Cem Özdemir wärmen.
Wir im Umland schauen uns das Spektakel derweil aus sicherer Entfernung an – und behalten unsere Dieselmotoren zur Sicherheit noch ein Weilchen.