Keine Beleidigung bitte!

Flachzangen wehren sich: „Wir sind wenigstens nützlich!“

In einem Sommerinterview hat Alice Weidel die regierenden Politiker als „Flachzangen“ bezeichnet. Was zunächst wie eine derbe, aber treffende Beschreibung klingt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als schwere Beleidigung – allerdings nicht für die Politiker, sondern für das ehrenwerte Handwerkszeug.

Echte Flachzangen verstehen ihr Handwerk.

Eine echte Flachzange ist ein präzises, zuverlässiges und vielseitiges Instrument. Sie greift fest, ohne unnötig zu quetschen. Sie biegt, hält und richtet, was schief ist. Sie funktioniert auch nach Jahren noch, wenn man sie vernünftig behandelt. Und vor allem: Sie tut, wofür man sie bezahlt hat. Keine Ankündigung, kein Sondergipfel, kein „wir prüfen das“, sondern einfach Zupacken.

Vergleicht man damit die regierenden Flachzangen, wird der Skandal offensichtlich. Während das Werkzeug aus der Werkstatt Dinge zusammenhält, halten politische Flachzangen vor allem Pressekonferenzen. Während die echte Zange Spannung aushält, erzeugen die anderen vor allem Spannungen. Die echte Flachzange kann man in die Hand nehmen und sofort merken, dass sie etwas taugt. Bei den politischen Exemplaren braucht man meist mehrere Wahlperioden und einen Untersuchungsausschuss, bis man feststellt, dass sie hauptsächlich leerlaufen.

Noch schlimmer: Die echte Flachzange hat einen klaren Zweck. Die politische Variante dagegen kann man monatelang beobachten, ohne dass man herausfindet, wofür sie eigentlich da ist – außer vielleicht dafür, den Griff immer fester zuzudrehen, wenn man sie kritisiert. Und während man eine gute Flachzange nach Gebrauch ordentlich wegräumt, muss man bei den anderen erstmal eine neue Regierung bilden, bevor irgendetwas wieder funktioniert.

Die Hersteller von Qualitätswerkzeugen sind deshalb verständlicherweise empört. „Wir lassen uns nicht mit Leuten vergleichen, die weder greifen noch biegen noch halten können“, heißt es aus der Branche. „Unsere Zangen haben wenigstens einen festen Stand. Die anderen wackeln schon, wenn der Wind aus einer anderen Richtung kommt.“

Fazit: Alice Weidel wollte die Regierung beleidigen. Stattdessen hat sie unfreiwillig ein solides Werkzeug in den Schmutz gezogen. Die Flachzangen dieser Welt verdienen eine Entschuldigung. Die Politiker dagegen… nun ja. Die haben sich den Vergleich möglicherweise selbst verdient.