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Neues vom besten Bundeskanzler, den wir jemals hatten und haben werden. Gewählt mit absoluter Mehrheit, ganz ohne zu tricksen oder die Wähler zu veräppeln. Das moralische Nordlicht des Abendlands,
Ein Mann, so integer, er gibt dem Gewissen Schulunterricht. Hier finden sie alle Neuigkeiten und alles Wichtige: Regelmäßig reinschauen lohnt sich. ;-)

Kanzler der Hybriden

🗞️ „Merz zwischen Drohnenalarm und Stadtbildkosmetik“

Friedrich Merz trat also wieder ans Mikrofon, diesmal als Kanzler, und erklärte der staunenden Öffentlichkeit, dass Deutschland von „hybriden Angriffen“ bedroht sei.
Hybride! Das klingt nach russischem Hacker, chinesischem Satellitenlaser und bayerischem Stromnetz zugleich.
Bloß: Handfeste Beweise? Fehlanzeige.
Vielleicht meint er ja den hybriden Zustand der eigenen Politik – halb Alarmismus, halb Symbolpolitik, und ganz viel Windkanal.

Denn während irgendwo im Kanzleramt über Cyberabwehr gesprochen wird, hat der Bürger draußen ganz andere Sorgen. Der „hybride Angriff“ findet dort statt, wo man abends ungern durch den Bahnhof geht oder wo Sicherheitsgefühl bei 70 Messerangriffen und 2 Gruppenvergewaltigungen täglich längst zu einem nostalgischen Begriff geworden ist.
Aber gut, Drohnen klingen eben heroischer als Alltagskriminalität.

Und dann dieses Wort, das Merz nun schon fast wie ein Markenzeichen pflegt: das Stadtbild.
Er sagt, man sehe da „noch ein Problem“.
Ja, man sieht tatsächlich einiges im Stadtbild – vor allem Ratlosigkeit, Verwaltungschaos und die Spuren einer Migrationspolitik, die seit Jahren mehr Fragen als Antworten produziert.
Doch statt an Ursachen zu rühren, begnügt man sich mit Kosmetik: neue Leitkultur-Debatten, alte Integrationsversprechen und die übliche Empörung über jene, die es wagen, Missstände zu benennen.

Merz’ Haltung dazu ist so standhaft wie ein Fahnenmast im Herbstwind: Er rüttelt kurz, richtet sich wieder auf und hofft, dass niemand merkt, dass er sich nicht vom Fleck bewegt.
„Reguläre Migration wollen wir“, sagt er.
Schön. Nur: Was ist daran neu? Und wer entscheidet eigentlich, was „regulär“ heißt, wenn längst alles irgendwie Ausnahme ist?

Dann kam der Satz, der Geschichte schreiben soll:
„Mit der AfD haben wir keinerlei Übereinstimmung.“
Gar keine?
Vielleicht keine offizielle. Aber inhaltlich? Nun ja – man könnte fast meinen, beide Parteien bestellen ähnliche Felder: nationale Identität, innere Sicherheit, Ordnungspolitik.
Beide reden von Verantwortung, nur dass der eine sie lieber in Arbeitskreise delegiert.

Der eigentliche Witz dieser Pressekonferenz war jedoch der Versuch, sich als Macher zu inszenieren.
Merz redet von Sicherheit, Migration, Bedrohungen – Themen, die klingen sollen, als packe jemand endlich an.
Doch alles, was greifbar bleibt, ist ein rhetorischer Nebel aus Begriffen wie „hybrid“, „regulär“ und „Stadtbild“.
Es ist die Sprache eines Mannes, der Stärke zeigen will, aber nur das Handbuch zum Krisenmanagement gelesen hat.

Man könnte fast meinen, Merz regiere über ein Land im Ausnahmezustand, während die Ausnahme längst Normalität geworden ist.
Er bekämpft Gespenster, ruft nach Ordnung, verteidigt Prinzipien – und verliert sich dabei in den Schleifen seiner eigenen Abgrenzungspolitik.

Vielleicht ist das ja der eigentliche hybride Angriff: einer auf den gesunden Menschenverstand.

Friedrich Merz und die Topfpflanze von Ägypten

Eine außenpolitische Liebesgeschichte

Scharm el-Scheich – Es war der Moment, in dem deutsche Außenpolitik endlich wieder Wurzeln schlug.
Während sich in Ägypten die Staatschefs der Welt zur Friedenskonferenz drängten, stand Friedrich Merz, Bundeskanzler, Hoffnungsträger und erklärter Freund klarer Worte, neben einer Topfpflanze. Und blieb dort. Lange. Sehr lange.

Augenzeugen berichten, er habe der Pflanze „mit staatsmännischer Miene“ zugenickt – als wolle er sagen: „Ich sehe dich, du siehst mich – wir verstehen uns.“

Symbolbild oder Selbstbild?

Manche sagen, die Topfpflanze sei versehentlich dort platziert worden, um die Bühne zu dekorieren. Andere behaupten, sie sei der einzige Gesprächspartner gewesen, der Merz zugehört hat.
„Es war die stillste bilaterale Begegnung des Tages“, schwärmte ein Diplomat, der ungenannt bleiben wollte. „Und im Gegensatz zu den USA hat die Pflanze wenigstens nicht widersprochen.“

Merz: „Ich habe ein starkes Gespräch geführt“

Auf Nachfrage erklärte Merz später, das Treffen sei „inhaltlich sehr ergiebig“ gewesen.
„Wir haben über Wachstum gesprochen – über grünes Wachstum!“, betonte er und lächelte, während er unbewusst den Blumentopf tätschelte.

Kritiker werfen ihm jedoch vor, das Gespräch mit der Flora sei sinnbildlich für den Zustand deutscher Außenpolitik gewesen: „fest verwurzelt, aber ohne jede Bewegung“.

Die Pflanze selbst schweigt

Die Topfpflanze, eine leicht beleidigte Yucca-Palme, äußerte sich nicht zu den Vorfällen. In diplomatischen Kreisen heißt es, sie fühle sich „missbraucht für symbolische Gesten“ und wolle künftig nur noch mit Olaf Scholz sprechen, „weil der auch nichts sagt, aber wenigstens leiser“.

Fazit

In einem Meer aus politischen Worthülsen und globalen Spannungen hat Friedrich Merz es geschafft, das Unmögliche zu tun: Aufmerksamkeit zu erzeugen – ohne auch nur ein Wort zu sagen.
Und so bleibt uns dieses Bild: Merz und die Topfpflanze.
Zwei stille Zeugen einer deutschen Außenpolitik, die manchmal selbst nicht weiß, ob sie gerade gedeiht oder schon verwelkt.

Das Land der „Larmoyanten“

Friedrich Merz, der selbsternannte Oberoptimist im grauen Maßanzug, hat mal wieder zum großen verbalen Schlag ausgeholt. „Hören wir doch mal auf, so larmoyant und wehleidig zu sein“, predigte er kürzlich vor dem Mittelstand in Köln. Larmoyant – ein Wort, das so alt klingt, als hätte es schon Goethe für seine gelangweilten Dinnergäste parat gehabt. Merz allerdings benutzte es nicht in einer französischen Literaturrunde, sondern mitten im Wahlvolk, das sich gerade mit explodierenden Mieten, steigenden Energiepreisen und einer Inflation zum Niederknien herumschlägt.

Der Mann, der „larmoyant“ wie eine französische Dessert-Spezialität ausspricht, scheint der Meinung zu sein: Ein bisschen mehr gute Laune, und schon läuft der Laden. Deutschland – das neue Disneyland.

Tränen der Rührung, Tränen der Ironie

Besonders pikant: Nur wenige Tage vor seinem „Hört auf zu jammern“-Appell stand derselbe Friedrich Merz bei der Wiedereröffnung der Münchner Reichenbach-Synagoge – und weinte. Ja, wirklich. Der harte Mann aus dem Sauerland, sonst so streng wie eine Steuererklärung, wischte sich die Augen. Ein menschlicher Moment, ohne Zweifel. Aber der Kontrast ist köstlich: Wenn Merz weint, ist es ergriffen, wenn die Bürger weinen, ist es „larmoyant“.

Merz darf Gefühle haben, die Deutschen bitte nicht. Der Kanzler als Oberlehrer der Emotionen – einer weint mit Würde, 80 Millionen andere gefälligst still und diszipliniert.

Kein Grund zur Klage – außer, man lebt hier

Merz’ Botschaft klingt ungefähr so: Liebe Bürgerinnen und Bürger, hört auf zu jammern! Schließlich gibt es gar keinen Grund dazu.

  • Die Wirtschaft schwächelt? Ach was.
  • Wohnungen unbezahlbar? Pillepalle.
  • Stromrechnung doppelt so hoch wie vor drei Jahren? Reine Einbildung.
  • Der Wocheneinkauf kostet ein halbes Monatsgehalt? Ja, aber lächeln Sie doch mal!

Während also in deutschen Küchen Taschenrechner als Haushaltshelfer neben dem Kochlöffel liegen, doziert der Kanzler, man solle sich weniger „anstellen“. Das ist, als würde ein Bademeister jemanden, der ertrinkt, anschreien: „Schwimm gefälligst fröhlicher!“

Fazit: Das Land der stillen Tränen

Am Ende bleibt ein schillernder Widerspruch: Der Kanzler, der selbst Tränen vergießt, findet seine Bevölkerung zu tränenreich. Vielleicht sollte Friedrich Merz in seiner nächsten Rede gleich vorschlagen, Tränen steuerlich abzusetzen. Dann hätten wenigstens alle was davon.

Herbst der Reformen – jetzt mit Langzeitgarantie!

Eine Glosse über Deutschlands größte Meisterdisziplin: das Vertagen.

Es ist offiziell: Der „Herbst der Reformen“ fällt aus. Aber keine Sorge, er kommt wieder – 2026, also bequem drei Jahre vor der nächsten Bundestagswahl 2029. Genug Zeit also, die dringendsten Baustellen des Landes sorgfältig auf den St. Nimmerleinstag zu verschieben.

Rente? Kein Stress!

Die Rentenkassen pfeifen längst aus dem letzten Loch, die Demografie klopft seit Jahren an der Tür – aber warum sich hetzen? Statt mutiger Schritte zur Stabilisierung heißt es: abwarten und Rentner Tee trinken lassen. Schließlich ist es nur die Altersversorgung von Millionen Menschen. Wenn’s brenzlig wird, kann man ja immer noch einen Arbeitskreis gründen.

Bürgergeld? Kommt Zeit, kommt Geld.

Auch beim Bürgergeld scheint Eile unangebracht. Wer heute im System steckt, darf sich mit Bürokratie-Marathons und absurden Anrechnungsregeln beschäftigen – aber keine Sorge: Die Reformen sind bereits für 2026 vorgemerkt. Bis dahin wird der Papierstapel so hoch sein, dass er vielleicht als zusätzlicher Wärmeschutz in schlecht isolierten Wohnungen dienen kann.

Deutschland – ein Land ohne Probleme

Man könnte fast glauben, Deutschland sei in einer so beneidenswerten Lage, dass es keinerlei Reformbedarf gibt. Die Bahn fährt pünktlich, die Digitalisierung ist Weltspitze (Faxgeräte bald immaterielles UNESCO-Kulturerbe), und die Steuererklärung schreibt sich schon von selbst. Mit einem Wort: Alles läuft! Also warum etwas ändern?

Politische Zeitrechnung

Die eigentliche Logik ist bestechend: 2026 ist nah genug, um Schlagzeilen zu machen, aber fern genug, dass sich niemand heute festnageln lässt. Und wenn die Reformen dann tatsächlich kommen, kann man sie 2029 im Wahlkampf als „historische Meilensteine“ verkaufen – egal, ob sie wirken oder nicht.

Und wir?

Bis dahin dürfen wir Bürgerinnen und Bürger uns in Geduld üben. Denn das ist die wahre deutsche Tugend: Warten auf den Staat. Warten auf die Steuerreform, auf die Energiewende, auf die Digitalisierung – und natürlich auf den sagenumwobenen „Herbst der Reformen“.

Vielleicht erleben wir dann 2026 einen „Frühling der Versprechen“, gefolgt von einem „Sommer der Entwürfe“ – und pünktlich zum nächsten Wahlkampf 2029 endlich den „Herbst der Reformen Reloaded“. Ob es dann wirklich Reformen gibt? Ach, wen interessiert’s: Hauptsache, der Slogan stimmt.

Kanzler der selektiven Trauer

Ein Kippa-Moment und ein merziger Abgleich der Gefühlslage

Friedrich Merz, der Mann mit dem festen Händedruck und dem noch festeren Zeitplan, hat bei der Wiedereröffnung der Münchner Reichenbach-Synagoge den Spagat vollführt, den deutsche Spitzenpolitiker so gern üben: ernst, betroffen — und perfekt inszeniert. Der Kanzler rieb sich die Augen, seine Stimme brach, und auf dem nüchternen Schreibtisch der politischen Corporate Identity glitzerte plötzlich echtes Gefühl. Man sah ihm die Rührung an, man sah die Kippa auf dem Glatzkopf — der Protest gegen Antisemitismus klang plötzlich wie ein kleines Theaterstück mit sehr gutem Catering.

Natürlich: es ist völlig legitim, wenn ein Staatsoberhaupt bei der Erinnerung an die Verbrechen der NS-Zeit bewegt ist. Bloß — und hier kommt die satirische Lupe ins Spiel — tränenfreie Politik ist auch eine Form von Politik. Merz’ rührender Augenblick wirft nämlich eine kleine, fast mathematische Frage auf: Warum setzt der Tränendrüsen-Kompass bei bestimmten Themen auf „weinen“ und bei anderen auf „Kanzler-Pokerface“?

Nehmen wir etwa den Fall der 16-jährigen Liana K., die Ende letzten Monats am Bahnhof Friedland tödlich verletzt wurde — nach Berichten wurde das Mädchen offenbar von einem mutmaßlich gewaltbereiten Täter auf die Gleise gestoßen. Eine Tragödie, die in Niedersachsen Entsetzen auslöste und eine Debatte über Abschiebepolitik, Integration und innere Sicherheit losgetreten hat. Kein öffentliches Kippa-Tränchen, kein federführender „Ich bin tief erschüttert“-Auftritt des Kanzlers in dieser Sache, jedenfalls nicht in der Form, wie man sie in München beobachten konnte. Für die Faktenlage siehe die lokalen Berichte.

Und dann das transatlantische Exempel: die Ermordung (oder, wie heute die Zeitungen schreiben, die Erschießung) des US-Aktivisten Charlie Kirk während einer Veranstaltung — ein politisches Attentat, das die USA in Aufruhr versetzte und sofort von zahlreichen Regierungsvertretern und Medien weltweit kommentiert wurde. Auch hier: nationaler Schmerz, internationale Reaktionen — aber wieder ein anderes Register der Empathie, je nach politischer Nähe und PR-Strategie.

Was lernen wir daraus? Drei, vier, fünf mögliche Interpretationen, streng nach dem Prinzip „Spekulation mit Stil“:

  1. Der Gefühlsfilter ist thematisch selektiv. Manche Themen sind so medial und symbolträchtig (Holocaust, Synagoge), dass man sie besser in die Kategorie „Weinen-für-die-Kamera“ packt — ähnlich wie Politiker früher Blumensträuße.
  2. Die Dramaturgie entscheidet. Ein prunkvolles Wiedereröffnungs-Event mit geladenem Publikum, Kameras und einer DPA-Mikrofonfront eignet sich besser für Tränen als ein regionaler Kriminalfall oder ein transatlantischer Schock, dessen Tonlage noch nicht für die nächste Talkshow aufgearbeitet ist.
  3. Narrative-Kompatibilität. Gefühle, die sauber in die vorgefertigte Erzählung passen — „Nie wieder“, „Wir stehen an der Seite der Juden“ — werden ausgepackt. Andere, kompliziertere Gefühle (Töten, Migration, polizeiliche Ermittlungen) sind als Eyecatcher weniger praktikabel. Und ja, es ist verlockend zu sagen: Wenn es nicht ins Narrativ passt, dann schweigt man lieber ein bisschen. Ob „verschweigen“ hier das richtige Wort ist oder eher „selektive Inszenierung“, bleibt der witzigen Interpretationshoheit des Lesers überlassen.

Und hier taucht der Widerspruch auf, der die Tränen noch schillernder wirken lässt: Wie passt es eigentlich zusammen, für Juden aus Mitgefühl zu weinen — und gleichzeitig eine Einwanderungspolitik zu betreiben, die Jahr für Jahr Hunderttausende muslimische Migranten ins Land bringt, von denen nicht wenige aus Gesellschaften stammen, in denen antisemitische Haltungen zum Alltag gehören? Ist das nicht ein politisches Paradoxon, das man eher mit einer Krokodilsträne denn mit ehrlicher Ergriffenheit quittieren müsste?
Das Pathos bei der Synagoge wirkt plötzlich wie ein schöner Schaufenster-Moment, während draußen vor der Tür die sozialen Realitäten langsam aber sicher die Scheibe eindrücken. Tränen hier, aber Schweigen dort — das ist das eigentliche Drama.

Natürlich kann und darf kein seriöser Beobachter behaupten, dass Merz Gefühle „vortäuscht“ oder bewusst auswählt, welche Opfer Beachtung verdienen — das wäre billige Unterstellung. Aber als satirischer Betrachter kann man sagen: Politik ist zunehmend ein Set-Design, und Minister-Emotionen sind zu einem Requisit verkommen — mal hängt man die Träne ans Revers, mal lässt man sie im Schrank. Wenn es so ist, dann wäre das ziemlich deutsch: effizient, kalkuliert — und elegant unemotional, solange es nicht gerade um historische Schuldgefühle geht.

Merz selbst formulierte in München klare Worte gegen Antisemitismus. Das ist wichtig. Doch Satire fragt nach dem Eindruck: Wenn Empathie eine Ressource ist, wer entscheidet dann, wo sie ausgegeben wird? Und falls die Antwort „es passt ins Narrativ“ lautet — nun ja, dann ist Politik weniger Moral als Marketing. Ein bittere Pointe, serviert mit Kippa.